Orgeln im Mülsengrund (2003)

Orgeln im Mülsengrund (2003)
Beschreibung

Vorwort des Herausgebers

Der Mülsengrund ist ein dicht bebautes
Seitental der Zwickauer Mulde im Südwesten des Freistaates Sachsen und gehört heute zum Landkreis Zwickauer Land. Milsena wird 1118 in der lateinischen Stiftungsurkunde der Zwickauer Marienkirche als Ortsgrenze des Kirchenbezirkes genannt. Der Name des Flüsschens hat sich sowohl auf den Talgrund als auch auf die Ortsnamen übertragen. Drei davon wurden mit Nicolaus, Jacobus und Michael der Name von Heiligen beigegeben. Ortmannsdorf geht wohl zurück auf Ortwin oder Ortmann der einst das Siedelwerk geleitet hat. Landwirtschaft und Hausweberei prägten im Verlauf der Geschichte zunächst den Broterwerb. Im Jahre 1791 erfolgte schließlich die Innungsgründung der gewerblichen Hausweberei.

Von Waldstücken - grünen Inseln gleich - und Feldern umgeben erweckt der Mülsengrund den Eindruck idyllischer Abgeschiedenheit. Dem ist jedoch nicht so! Die ihn durchquerende Handels- und Heeresstraße von Regensburg und Nürnberg kommend und über Zwickau nach Dresden führend hat ihre eigene wechselvolle Geschichte, deren Ereignisse auch den Mülsengrund nicht unberührt ließen. Darüber hinaus liegen in unmittelbarer Nähe die traditionsreichen Bergstädte Schneeberg und Zwickau. Der Blick über das Tal richtet sich unwillkürlich auf die Türme der hier erbauten Kirchen. Das Lebensgefühl der frommen Bergleute, Bauern und Handwerker wurde über Jahrhunderte vom Ruf der Glocken zum Gottesdienst und nicht zuletzt von den Klängen der Orgeln bestimmt. Letztere standen oft im Mittelpunkt des kirchenmusikalischen Lebens. Mit Stolz sprachen die Gemeinden von „ihrer Orgel". Für die Vielfalt der Kirchenmusik mögen auch heute noch die Worte des Franz von Assisi gelten:

Nos sumus ioculatores Domini (...)
Quid enim sunt servi Dei nisi quidam ioculatores eius,
qui conda hominum erigene debent et monere ad laetitiam spiritualem ?

Wir sind die Spielleute des Herrn (...)
Denn was sind die Diener Gottes anderes
Als gewissermaßen seine Spielleute
Welche die Herzen des Menschen aufrichten
Und zu geistiger Freude bewegen sollen?
Dies ist in gewisser Weise Tenor der vorliegenden Publikation. Hier werden in Wort und Ton die Orgeln einer in sich geschlossenen landschaftlichen Region vorgestellt. Das besondere liegt hierbei darin, dass die Instrumente in jenem Zustand präsentiert werden, wie sie all sonntäglich zum Lobe Gottes und zur Freude der Menschen erklingen. Die Orgel in Stangengrün soll vor allem auf das Wirken des einst im Mülsengrund beheimateten Orgelbauers Johann Jacob Schramm hinweisen. 
Es entspricht u.a. dem Anliegen der Sächsischen Orgelakademie in verschiedener Weise auf Orgelbautraditionen der Region aufmerksam zu machen. Dazu will auch die vorliegende Dokumentation ein Beitrag sein.
Im Umkreis wirkende Organisten haben mit den von Ihnen ausgewählten und interpretierten Werken unterschiedlicher Epochen Klangeindrücke der Orgeln im Mülsengrund vermittelt. 
Mit der Förderung der vorliegenden Publikation danken wir gleichzeitig unserem Vorstandsmitglied, Herrn Pater Lange, in herzlicher Weise für sein großes Engagement um den Aufbau der Sächsischen Orgelakademie e.V..

Dr. phil. habil. Johannes Roßner

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