13 September 2016

Elsass traf Sachsen bei zwei Konzerten am 10./11. 9. 2016

Ein begnadeter Orgelvirtuose mit einem besonderen Konzert bescherte dem Publikum am 10. September in der St. Christophorikirche Hohenstein-Ernstthal und am 11. September 2016 in der St. KatharinenkircheCallenberg großen Hörgenuss: Professor Daniel Maurer aus Straßburg. So drückten einige Zuhörer spontan ihre Freude an dem gelungenen Programm aus und einige Gäste waren so beeindruckt, dass sie sich sogar das Konzert in beiden Orten anhörten. Nicht zum ersten Mal – und sicherlich auch nicht zum letzten Mal – war Daniel Maurer gemeinsam mit Frau Christine Gast bei den Internationalen Schönburger Orgelwochen der Sächsischen Orgelakademie e. V.
Der Organist ist „zu Hause“ in der Straßburger St. Thomaskirche an der Orgel von Johann Andreas Silbermann. Auf diesem Instrument hatten bereits Mozart und später Albert Schweitzer gespielt. Außerdem lehrt Maurer als Professor für Orgel und Improvisation am Konservatorium und der Musikhochschule in Straßburg.
Dr. Johannes Roßner, Vorsitzender der Sächsischen Orgelakademie e. V., informierte die Zuhörer, was sich hinter den einzelnen Stücken verbirgt. So wurde auch der durchdachte Aufbau des Programms sichtbar, in dem konsequent das Motto „Elsass trifft Sachsen“ mit Leben erfüllt wurde. Den Auftakt bildete das Concerto a-Moll von Johann Sebastian Bach. Dieses eigentlich für vier Cembali und Orchester komponierte Stück hatte Daniel Maurer selbst für die Orgel bearbeitet und mit eigenen Elementen ergänzt. Doch auch Bach hatte dafür bereits eine Komposition von Vivaldi verwendet und diese verändert. Bei „An Wasserflüssen Babylons“ aus den 18 großen Choralbearbeitungen hatte sich Bach an französischen Vorbildern orientiert und Dr. Roßner versprach zu Recht den Genuss besinnlicher Klänge in einer wunderbaren Registrierung. Aus Händels „Suite Nr. 1. „for a musicalclock“ bot Daniel Maurer drei Kostproben einer mitreißende eigenen Transkription für die Orgel. Der Bogen spannte sich über Stücke von G. Muffat und der französischen Romantik, unter anderem L. Boëllmann, wobei die Klangfarben der Orgeln besonders ausgelotet wurden.
Etwas komplizierter und wissenschaftlicher wurde es bei der Ankündigung der Komposition „Fantasia 1 (ScalingSymphony) von Daniel Maurer. Diese sogenannte „Melodie der Schöpfung“ mit teils ungewohnten Klängen soll Schwingungen im Universum aus dem Spektrum der Protonenresonanzen hörbar machen. Zugrunde lag eine originale Wave-Datei von der Universität Leipzig. Die mittels Vakuum und Kälte hörbar gemachten Tonelemente spielte Daniel Maurer in Hohenstein auf der Orgel an, in Callenberg sogar die Originaldatei vom Handy.  Ein spannungsgeladenes, interessantes Musikexperiment, das mit Freude und großem Staunen angehört wurde.
Von diesem Ausflug ins All kam der Organist zurück zur französischen Romantik und zu Komponisten (zum Beispiel Ch.-M. Widor), die für die monumentalen französischen Orgeln große Werke geschrieben hatten. Das virtuose Spiel erfüllte auch in Hohenstein-Ernstthal und in Callenberg die Kirchenräume. In Hohenstein kam noch eine Besonderheit zur Geltung: Hier verfügt die Jehmlich-Orgel über ein Fernwerk, das mit einem Echo über dem Altarraum überrascht und bei der Komposition von Lefébure-Wély zum Einsatz kam.
Die Improvisation über den Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“ bildete bereits den krönenden Abschluss, doch nach viel Beifall gab es noch eine Zugabe,die Gigue aus dem 2. Teil der für Orgel bearbeiteten Flötenuhrstücke von Georg Friedrich Händel.
Dr. Johannes Roßner dankte dem Solisten, dem interessierten Publikum, das an dem Hochsommerwochenende in die Kirchen gekommen war, den beiden Kirchgemeinden sowie der Sparkasse Chemnitz und dem Landkreis Zwickau für die Unterstützung.
Die nächste Veranstaltung der Internationalen Schönburger Orgelwochen wird am Sonntag, dem  18. September 2016 ein Familienprogramm in der St. Laurentiuskirche Lichtenstein sein, bei dem Kantor Stefan Moosdorf, die Gemeindepädagogin, die Orgel sowie Peter und der Wolf eine Rolle spielen werden.
Weitere Informationen unter Kalender.

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