15 September 2017

Anregende Orgelexkursion 2017 ins Erzgebirge

Auch in diesem Jahr leitete KMD (im Unruhestand) Professor Andreas Schröder aus Karlsruhe die Exkursion im Rahmen der Internationalen Schönburger Orgelwochen. Der in Sachsen aufgewachsene Organist ist langjähriger Partner der Sächsischen Orgelakademie e. V. – Lichtenstein und kennt zahlreiche Orgeln der Region besser als mancher Einheimische. Er entdeckt aber genauso gern immer wieder neue Kirchen und Orgeln, beschäftigt sich intensiv mit deren Geschichte und vermittelt diese neuen Erfahrungen mit Leidenschaft an die Teilnehmer. Traditionell stellt er diese Informationen in einer Broschüre zusammen – mit Texten und selbst gezeichneten Abbildungen.
Für jede Orgel hatte Andreas Schröder ein zum Instrument passendes Konzertprogramm vorbereitet. Außerdem gab es Wissenswertes über die jeweiligen Kirchen zu erfahren und den Blick hinter die Kulissen der Orgeln. Nach den jeweiligen Orgelvorspielen konnten die Besucher die Instrumente von Nahem betrachten und mit den Gastgebern der Kirchgemeinden sowie dem Exkursionsleiter ins Gespräch kommen. Da dieses Mal drei eindrucksvoll große Kirchen auf dem Programm standen, die vom früheren Reichtum des Erzgebirges durch die Silberfunde zeugten, war das Bezwingen der Treppen bis zur zweiten Empore durchaus eine Herausforderung, die sich lohnte.
Die Gruppe besuchte zuerst die 1750 am 11. 11. eingeweihte Stadtkirche St. Martin in Zschopau mit der Oertel-Orgel. Das Instrument mit zwei Manualen und 35 Registern war von 1996 bis 2003 durch die Werkstatt Georg Wünning rekonstruiert worden. Hier erklangen Stücke von Georg Muffat, Samuel Scheidt, Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven und Felix Mendelssohn Bartholdy.
In Lengefeld beeindruckte der fantastische holzgetäfelte Innenraum der Ev.-Luth. Kirche „Zum Heiligen Kreuz“. In großer Höhe thront die gewaltige Zacharias-Hildebrandt- Orgel von 1726 mit einem siebentürmigen Prospekt. 2014 war das durch die Werkstätten Eule und Wegscheider rekonstruierte Instrument mit dem neu konstruierten Balghaus wieder in Betrieb genommen worden. Hier genossen die Besucher ein Konzert mit Stücken von Michael Praetorius, Pablo Bruna, Dietrich Buxtehude, Johann Sebastian Bach und Giovanni Morandi.
Nach der Mittagspause im Hotel Waldesruh (Pockau-Lengefeld) ging es nach Lößnitz. Die nach einem großen Stadtbrand  bis 1826 neu aufgebaute Johanniskirche ist eine der größten Kirchen des Erzgebirges mit der eindrucksvollen Jehmlich-Orgel, die 1992 durch die Firma Wünnig (Großolbersdorf) gereinigt und restauriert wurde. Andreas Schröder erklärte allerdings dieses schwer zu spielende Instrument zur „Höllenmaschine“. So ärgerten hängende Töne den Organisten und außerdem drängte am Ende die Zeit – trotzdem erklangen alle geplanten Stücke von Claude Debussy, Eugène Gigout, John Ebenezer West, Max Reger, Johann Sebastian Bach.
Bei dem kalten, regnerischen und stürmischen Wetter bildete das Kaffeetrinken im gemütlichen Eiscafé Büttner im Lößnitzer Ortsteil Affalter  einen angenehmen Abschluss zum Austauschen der Eindrücke dieses Tages.
Der Chef des Busdienstes Beck fuhr die Teilnehmer in dem sehr komfortablen Bus gut wieder nach Lichtenstein, wo zum Abschluss bereits Wünsche nach einer weiteren derartigen gelungenen Exkursion laut wurden.
Text und Fotos: R. Stöckel

Viele Möglichkeiten uns zu erreichen.
    • Die Veranstaltungen werden gefördert von der Sparkasse Chemnitz

      gefördert vom Landkreis Zwickau und den Kirchgemeinden der Veranstaltungsorte

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      09350 Lichtenstein

       

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