24 August 2011

Internationale Orgelwoche 2011: Exkursion nach Pomßen und Leipzig mit Prof. Andreas Schröder

Internationale Orgelwoche 2011: Exkursion nach Pomßen und Leipzig mit Prof. Andreas Schröder

Seit 1994 nahm KMD Professor Andreas Schröder aus Karlsruhe an den Internationalen Orgelwochen der Sächsischen Orgelakademie e. V. als Dozent und Solist teil. Der gebürtige Leipziger, der seine ersten musikalischen Erfahrungen in Dresden gesammelt und danach in Berlin und Freiburg studiert hatte, kennt sich bestens mit sächsischen Orgeln in kleinen und großen Kirchen aus. So leitete er bereits zahlreiche Exkursionen in sächsische Orte, bei denen die Teilnehmer immer wieder neue und besondere Instrumente erleben konnten.

Die diesjährige öffentliche Exkursion unter seiner Regie führte die Teilnehmer der Orgelwoche und die Musikfreunde aus Lichtenstein und Umgebung am 24. August 2011 bei bestem Wetter nach Pomßen und Leipzig.

Sponsoren: Sparkasse Chemnitz, Kulturraum Vogtland-Zwickau, Stadt Lichtenstein

In Pomßen begrüßte Pfarrer Michael Günz die Gäste in der 750 Jahre alten romanischen Wehrkirche mit einer reichhaltigen Ausstattung aus der Renaissance- und Barockzeit. Er informierte über die wechselvolle Geschichte und zahlreiche Details dieser interessanten Kirche, die wegen ihrer derzeitigen dringend erforderlichen Schönheitskur vollkommen eingerüstet ist.

Prof. Schröder stellte die älteste spielbare Orgel Sachsens vor, in der Johann Sebastian Bach im Februar 1727 (vermutlich) selbst die Aufführung der von ihm für den Kammerherrn Christoph von Ponickau komponierten Trauerkantate MWV 157 leitete.

Seit der letzten Restaurierung in den Jahren 2000 bis 2006 wurden Feinheiten des Orgelbaus und der Geschichte des Instruments bekannt. Die größte der original erhaltenen Prospektpfeifen trägt einen Zimbelstern, der
einen C-Dur-Dreiklang erklingen lässt.

Nach Orgelführung und einem Konzert des Exkursionsleiters mit Stücken von Elias Nicolaus Ammerbach (1530 - 1597), Michael Praetorius (1571 - 1621), Pièrre Attaignant (gest. 1552), Samuel Scheidt (1587 - 1654) und Johann Jakob Froberger (1616 - 1667) nutzten die Teilnehmer der Interpretationskurse sehr gern die Chance, selbst an dieser Orgel spielen zu dürfen.

Das zweite Ziel der Exkursion führte nach Leipzig in die Nikolaikirche. Durch die Montagsgebete und den Ausgangspunkt der friedlichen Revolution 1989 wurde an diesem Ort deutsche Geschichte geschrieben. Gleichzeitig hat diese Kirche eine hohe musikgeschichtliche Bedeutung. So erklang am 30. Mai 1723 die erste von Bach in Leipzig aufgeführte Kantate. 1724 wurde hier erstmals die Johannes-Passion aufgeführt und 1734/35 die sechs Kantaten des Weihnachtsoratoriums.

Das Orgelspiel in der Nikolaikirche ist seit 1457 bezeugt und blickt auf eine sehr wechselvolle Geschichte zurück. Die erste Orgel sowie die nachfolgende Trampeli-Orgel wurden abgerissen, bevor Friedrich Ladegast 1859 - 1862 eines seiner größten Instrumente mit 86 Registern und bedeutenden technischen Neuerungen baute. 1903 erweiterte Wilhelm Sauer die Orgel auf über 100 Stimmen. Nach weiteren Veränderungen erhielt 2002 die Werkstatt Hermann Eule, Bautzen, den Auftrag zur Restaurierung und Rekonstruktion der Ladegast-Orgel. Der Organist des Hauses, Jürgen Wolf, konnte die in Leipzig ansässige Porsche AG als Hauptsponsor gewinnen. Einmalig ist, dass dabei die konstruktiven Erfahrungen des Sponsors in die Gestaltung der Spielanlage einfließen konnten.

Auch in der Nikolaikirche hatten die jungen Organisten Gelegenheit, das gewaltige Instrument auszuprobieren - aus Zeitgründen allerdings nur kurz, denn das Abendkonzert musste vorbereitet werden. Dazu Näheres
in einem Extra-Veranstaltungsbericht!

Viele Möglichkeiten uns zu erreichen.
    • Die Veranstaltungen werden gefördert von der Sparkasse Chemnitz

      gefördert vom Landkreis Zwickau und den Kirchgemeinden der Veranstaltungsorte

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      Postanschrift:
      Badergasse 17
      09350 Lichtenstein

       

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