03 Oktober 2017

Jahreshauptversammlung 2017 der Sächsischen Orgelakademie e. V.im Schloss Waldenburg

Am 30. September 2017 trafen sich Mitglieder der Sächsischen Orgelakademie e. V. – Lichtenstein - zur diesjährigen Mitgliederversammlung. Auch dieses Mal gab es am Vormittag einen sehr interessanten Fachvortrag. Jiri Kocourek, der künstlerische Leiter der Firma Eule-Orgelbau (Bautzen) ließ die Anwesenden die Zeit vergessen, als er auf vielschichtige Weise die Anforderungen an den Orgelbau unserer Zeit darstellte. Der Orgelspezialist hatte seine Präsentation anhand zahlreicher Fotos nach den Schwerpunkten Gehäusebau, Pfeifengestaltung, Materialeinsatz, moderne Technik und Anforderungen an einen Orgelbauer gegliedert. Er betonte, dass „universell“ nicht beliebig sei und dass man nur zusammenbauen dürfe, was zusammen passt. Er erläuterte die Rolle der historischen und denkmalpflegerischen Einflüsse, den Zusammenhang mit dem jeweiligen Raum, aber auch die Zusammenarbeit mit Künstlern und Architekten, wobei im Ergebnis immer die Hauptaufgabe zu lösen sei, den optimalen Klang zu erzielen. Er zeigte anhand der Beispiele aus aller Welt ungewöhnliche Gestaltungen mit Bögen und Schwüngen, den Einsatz von Glas und Porzellan, aber auch die Erzeugung diffuser Glanzeffekte durch das Bürsten von Metallpfeifen.
Jiri Kocourek verdeutlichte, dass die Anforderungen an Orgelbauer durch die Individualität und durch die Möglichkeiten der digitalen Technik sehr hoch sind, dass es auf präzise handwerkliche Verarbeitung verschiedener Materialien ankommt und eine Spezialisierung der Werkstätten sowie der Aufgaben innerhalb einer Werkstatt ein Schlüssel zum Erfolg ist.
Dr. Johannes Roßner, Vorsitzender der Sächsischen Orgelakademie e. V. dankte dem Vertreter der renommierten Orgelbaufirma für das Referat, von dem auch die anwesenden Fachleute noch viel Neues mitnehmen konnten. So sei es besonders wichtig, dass auch die Probleme im Orgelbau konkret aufgezeigt wurden, zum Beispiel die vielfältigen komplexen Anforderungen, die hohen Kosten durch immer mehr Individualität, die Konkurrenzsituation, die Schwierigkeiten, qualifizierten Nachwuchs zu gewinnen und die Digitalisierung.
Bei der Jahreshauptversammlung der Mitgliederversammlung berichtete Dr. Johannes Roßner über die Arbeit 2016 und 2017 bis zum jetzigen Zeitpunkt:
Bei dem bewährten Konzept, traditionelle Kammer- und Kirchenkonzerte ebenso wie neue Veranstaltungsformen – zum Beispiel Orgel und Jazz -  anzubieten, hat sich die Zahl der Besucher bei allen Veranstaltungen systematisch erhöht.
Die Ausstellung „Credo musicale“ im Schloss Waldenburg wird immer wieder als überraschend und besonders interessante Ausstellung „zum Anfassen“ empfunden, könnte aber künftig durchaus noch mehr Werbung über die Region hinaus vertragen. Die Orgelforen im Daetz-Centrum haben sich für einen festen Interessentenkreis etabliert.
Der besondere Höhepunkt auch 2016 und 2017 waren jeweils die Internationalen Schönburger Orgelwochen im September mit einem vielseitigen Programm und zahlreichen Besuchern. So wurde beispielweise die Orgelexkursion mit Prof. Andreas Schröder ins Erzgebirge in diesem Jahr besonders gut angenommen. Die Zusammenarbeit mit den Kirchgemeinden und den jeweiligen Kirchenmusikern wurde erfolgreich ausgebaut, wobei sich die Koordination von Terminen teilweise als schwierig erwiesen hat. Erste Terminabsprachen erfolgen mit einem sehr langen Vorlauf, so dass dann häufig noch nicht bekannt ist, ob in den Kommunen dann Parallelveranstaltungen stattfinden.
Aus dem Kreis der Mitglieder kam ergänzend der Hinweis, dass der Erfolg der Veranstaltungen für die Orgelakademie und deren Partner nicht nur in den Einnahmen durch den Ticketverkauf oder die Kollekte zu sehen ist, sondern als Leistung für die Bildung vor allem von jungen Menschen. Auch die Auftrittsmöglichkeiten von Musikern der Region, besonders auch jüngerer Leute, sind ein wichtiges Qualitätskriterium.
Dr. Roßner wies auf die nächsten Veranstaltungen hin: Ein besonderes Konzert mit dem Ensemble Cordatum & Compagni aus Regensburg am 15. Oktober 2017 im Schloss Waldenburg, die Führungen mit Orgelvorspielen am 8. und 22. Oktober, am 12. und 26. November sowie am 10. Dezember 2017 von 13 bis 17 Uhr durch die Ausstellung „Credo musicale“ im Schloss Waldenburg.
Am 18. November und am 9. Dezember 2017 bietet die Orgelakademie im Daetz-Centrum jeweils ein Orgelforum an. Am 1. Januar 2018 startet das Neue Jahr schwungvoll mit Pascal und Markus Kaufmann und dem Orchesterensemble Lutz Hildebrand in der St. Laurentius-Kirche Lichtenstein.
Text und Bilder: R. Stöckel

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