24 April 2015

Jahrestagung der Mitglieder der Sächsischen Orgelakademie e. V.

Am 18. April 2015 fand die diesjährige Jahreshauptversammlung der Mitglieder der Sächsischen Orgelakademie e. V. im Schloss Waldenburg statt. Dr. Johannes Roßner, Vorsitzender der Sächsischen Orgelakademie e. V., berichtete über die Arbeit im Jahr 2014 und stellte das aktuelle Programm vor. Die Schwerpunkte der Arbeit lagen auf den Konzerten in der Region und der Vermittlung von Wissen durch Kurse, u. a. im Daetz-Centrum Lichtenstein. Dr. Roßner betonte, dass für die Teilnehmer keinerlei Verpflichtung gibt, bei den Kursen vorzuspielen. Wer dies aber gern möchte, bekommt regelmäßig die Gelegenheit dazu. Die Kurse sind für Interessenten weiterhin kostenlos.

Ein wesentlicher Schwerpunkt der Tätigkeit liegt auf den Führungen durch die Ausstellung „Credo musicale – Bau und Wesen der Orgel“ im Schloss Waldenburg, die die Kapelle mit der Jahn-Orgel einschließt. An über 50 Tagen ermöglichten Vorstandsmitglieder den Besuchern, die Königin der Instrumente, ihren Klang und ihr kompliziertes Innenleben näher kennen zu lernen. Dabei entdecken zunehmend auch Musikfreunde aus Leipzig, Dresden und aus dem Ausland diese interessante Ausstellung. Das Echo der Gäste ist sehr positiv, denn sie können Handwerk, Technik, Kunsthandwerk und Musik in der einmaligen Kombination der Exponate und der restaurierten Jahn-Orgel in der Schlosskapelle erleben. Der je nach Interessen individuelle Dialog in Verbindung mit Vorspiel und Vorführungen wird gern angenommen.

Besonders gut kamen auch Konzerte mit der Kombination mehrerer Instrumente oder in Verbindung mit anderen Disziplinen wie Sprechkunst oder Tanz an. Auch das neue Konzept der Internationalen Schönburger Orgelwochen über einen längeren Zeitraum und mit noch besserer Einbindung der Partner in der Region erwies sich als gelungen und wird in dieser Form fortgesetzt.

Für dieses Jahr sind 19 Konzerte, sechs Foren und 46 reguläre Führungen durch die Ausstellung im Schloss Waldenburg geplant. Der Schwerpunkt wird auch 2015 auf den Internationalen Schönburger Orgelwochen liegen, mit dem Eröffnungskonzert am 30. August in Lichtenstein und dem Abschlusskonzert am 20. September ebenfalls in Lichtenstein.

Obwohl die Sächsische Orgelakademie e. V. neue Mitglieder wie die jungen Organisten Markus und Pascal Kaufmann begrüßen konnte, wird weiterhin dringend Nachwuchs für eine Mitgliedschaft und perspektivisch für die Unterstützung der Vorstandsarbeit gesucht. Als ein möglicher Weg für die Gewinnung junger Organisten wurde diskutiert, künftig Klavierschülern der Musikschule vermehrt auch Orgelunterricht anzubieten.

Als Gastreferent führte Kantor Andreas Rockstroh aus Jöhstadt in das Schaffen von Max Gulbins ein. Der 1862 in Ostpreußen geborene und 1932 in Breslau gestorbene Organist und Komponist hinterließ ein umfangreiches Werk mit über hundert Kompositionen. Dazu gehören zwei Opern, zahlreiche Orgelkompositionen und fünf Orgelsonaten, die der Referent in Wort und Klang (CD und selbst auf der Jahn-Orgel in der Kapelle) näher vorstellte. Derartige Sonaten hatten ihre Blütezeit im 19. Jahrhundert. Heute sind sie selten zu hören, denn dafür sind nur gut ausgebaute romantische Orgeln geeignet. Andreas Rockstroh verwies auch darauf, dass Gulbin qualitativ hochwertige und praktisch nutzbare Musik hinterlassen hat, die sich auch gut für die Gestaltung der Gottesdienste eignet, weil die Stücke einen Choralbezug haben.

Anlässlich der Jahrestagung stellte die Orgelakademie in einer Publikation Beiträge von Mitgliedern aus den letzten Jahren zur regionalen Orgelbaugeschichte in Sachsen zusammen. Darin sind folgende Artikel enthalten:

Johannes Reichel „Orgelbauer und ihre Werke im Vogtland“

Johannes Reichel „Der Orgelbauer Karl Robert Barth“

Johannes Reichel „Quinta mutans – ein seltenes oder vergessenes Orgelregister?“

Dr. Harald Gottstein „Der Orgelbauer Gottfried Richter und seine Orgeln“

Hans-Joachim Klärner „Die Orgeln der Evangelisch-Lutherischen Freikirche“

Diese Veröffentlichung wurde von den anwesenden Mitgliedern sehr interessiert aufgenommen. Mit Themen zur Musikgeschichte ist eine Fortsetzung geplant.

Viele Möglichkeiten uns zu erreichen.
    • Die Veranstaltungen werden gefördert von der Sparkasse Chemnitz

      gefördert vom Landkreis Zwickau und den Kirchgemeinden der Veranstaltungsorte

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