06 Juni 2016

Nordische Orgelromantik in Hohenstein

Am 5. Juni 2016 hatten die St. Christophori-Kirchgemeinde in Hohenstein und die Sächsische Orgelakademie e. V. .- Lichtenstein -zu einem Konzert mit nordischer Orgelromantik eingeladen. Dr. Johannes Roßner, Vorsitzender der Sächsischen Orgelakademie e. V. dankte den Partnern vor Ort sowie der Sparkasse Chemnitz und dem Landkreis Zwickau für die Unterstützung.
Er äußerte bei der Einführung in das Konzert seine Freude, den jungen norwegischen Organisten Espen Melbö an der Jehmlich-Orgel von 1925 zu erleben, die zu den schönsten erhaltenen romantischen Orgeln in Sachsen gehört. „Romantik in der Musik bedeutet wie in der Malerei den Ausdruck von Sehnsucht und das Ineinanderfließen verschiedener Farben. Die Musik kann den Menschen wunderbar ohne Worte ansprechen“. Der Solist, der nach dem Kirchenmusikstudium in Oslo das Konzertexamen und das Meisterklassenstudium in Leipzig mit „Auszeichnung“ abgeschlossen hatte, ist in Naunhof bei Leipzig tätig. Er dankte dem Kantor Hannes Sonntag, dass dieser ihm „seine“ Orgel für einen Nachmittag ausgeliehen und mit vollem Einsatz bei der Registrierung geholfen hatte.
Espen Melbö stellte vorab das sorgfältig ausgewählte, anspruchsvolle und abwechslungsreiche Programm vor, das nicht unbedingt zum gewohnten Repertoire bei Orgelkonzerten in Sachsen gehört. Kurz und verständlich informierte er die Zuhörer über Besonderheiten der ausgewählten Komponisten und Stücke. So hat Arild Sandvold (1895 – 1984), der 50 Jahre Organist in Oslo war, 1927 die „Introduktion & passacaglia H-Moll op. 4,  in Leipzig komponiert. Von dem wichtigsten skandinavischen Kirchenkomponisten Otto Olsson (1879 – 1964) erklang ein Stück aus der Suite für Harmonium op. 16 von 1908. Ein weiteres Stück daraus spielte Espen Melbö nach dem begeisterten Applaus noch als Zugabe. Von Josef Rheinberger (1839 – 1901) war die Fantasie-Sonate Nr. 17 H-Dur Op. 181 von 1894 zu hören, die zu seinen Lieblingssonaten gehört, wie der Solist verriet. Leif Solberg (1914 – 2016), ein Lieblingsschüler von Arild Sandvold, war bekannt für seine Improvisationen beim Gottesdienst in Lillehammer und war erst in diesem Jahr im Alter von hunderteinem Jahr gestorben. Von ihm spielte Melbö das Präludium über ein norwegisches Kirchenlied (1940).
Den Abschluss bildete die Sonate G-Moll von Oskar Lindberg (1887 – 1955), bei der besonders viele Klangfarben der Orgel zur Geltung kamen.
Eine Besonderheit dieser Orgel ist das Fernwerk, das eine Echowirkung von Klängen im Altarraum ermöglicht und bei diesem Konzert mehrfach zu hören war.
Zu den Gästen gehörte auch der Orgelbauer und Restaurator Stefan Pilz (Kreis Leipzig) von der Mitteldeutschen Orgelbau A. Voigt GmbH. Er hatte 2010/11 die Rekonstruktion der Jehmlich-Orgel von 1925 geleitet. Deren attraktives Barockgehäuse von 1777 ist bis heute erhalten geblieben.  Bei der Sanierung wurde die Orgel nach früheren Umbauten auch klanglich auf den ursprünglichen Zustand zurückgeführt und ist wieder ein authentisches Instrument der Spätromantik.


Viele Möglichkeiten uns zu erreichen.
    • Die Veranstaltungen werden gefördert von der Sparkasse Chemnitz

      gefördert vom Landkreis Zwickau und den Kirchgemeinden der Veranstaltungsorte

    • Adresse

      Postanschrift:
      Badergasse 17
      09350 Lichtenstein

       

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