06 November 2016

Musikvortrag über Max Reger in der Stadtbibliothek Lichtenstein

Am 3. November 2016 hielt Dr. Johannes Roßner, Vorsitzender der Sächsischen Orgelakademie e. V., in der Stadtbibliothek Lichtenstein einen musikalischen Vortrag anlässlich des hundertsten Todestages von Max Reger (1873 – 1916).
Katrin Hisslinger, die Leiterin der Bibliothek, drückte ihre Freude aus, dass die wegen Krankheit im April ausgefallene Veranstaltung noch im Jubiläumsjahr nachgeholt werden konnte.

Der Titel der Veranstaltung „Der letzte Riese in der Musik“ ist zurückzuführen auf einen Spruch von Paul Hindemith. In informativer, allgemeinverständlicher und unterhaltsamer Weise nahm der  Musikwissenschaftler die Besucher einen Abend lang mit in das Leben, die Orgelmusik, Orchesterwerke und Lieder des als sperrig und schwer spielbar geltenden Komponisten. Dabei stellte der Referent den Bezug zu dieser von gewaltigen Umbrüchen geprägten Zeit her, die die Industrie, die Schulbildung, die Architektur, die Malerei, die Musik und das gesellschaftliche Leben beeinflusst haben.Die Beziehung zu einigen für Reger wichtigen Personen wurde lebendig: Beispielsweise der Einfluss des Vaters, mehrerer Lehrerpersönlichkeiten, der Ehefrau, von Organisten wie Carl Straube (Leipzig),  Paul Gerhardt (Zwickau) und Ewald Siegert (Chemnitz).
Musikbeispiele und Bilder würzten den Vortrag. Es wurde deutlich, wie intensiv sich Dr. Roßner mit der widersprüchlichen Persönlichkeit und dem rastlosen, zielstrebigen Schaffen Max Regers auseinandergesetzt hat. Dabei wurden auch Probleme wie Liebeskummer, Depressionen, Alkoholismus und Geldnöte nicht ausgespart.Interessante Anekdoten sorgten zum Schmunzeln und trugen gleichzeitig zum tieferen  Verständnis bei, auch wenn man sich vorher nicht näher mit Reger-Musik beschäftigt hatte. Beispielsweise  wurden die bekannte, damals Josef Rheinberger gewidmetePhantasie und Fuge über B_A_C_H,opus 46,die Symphonische Phantasie und Fuge, opus 57,  einige nach Bildern des Malers Arnold Böcklin entstandene, sehr reizvolle und vielseitige Tondichtungen – die „Böcklin-Suite“ (Der geigende Eremit, Das Spiel der Wellen, Die Toteninsel) sowie die nach Krankheit und Kur 1914 entstandenen Mozartvariationen näher vorgestellt.

Unter Berufung auf die Werke Bachs aber auch auf die Romantiker Schumann und Brahms entfaltete Reger eine ganz individuelle Musiksprache mit einem schier unerschöpflichen Reichtum an Klangfarben.
Selbstverständlich waren auch bedeutsame Orgeln zu sehen und von CD zu hören u.a. die in  der Leipziger Thomaskirche.

Gabriele Konrad dankte Dr. Roßner im Namen des Freundeskreises „Stadtbibliothek Lichtenstein e. V.“ für den gelungenen Abend, an dem die Zuhörer mit deutschen, verständlichen Worten an die Musik und die vielschichtige Persönlichkeit Max Regers herangeführt wurden und gleichzeitig der Funke persönlicher  Begeisterung übergesprungen war. Dafür gab Johannes Roßner abschließend sein eigenes Rezept preis: „Ich erschließe mir die Musik wie ein Gemälde. Man muss einen Weg suchen, wie man sich einem Komponisten nähern und die Musik in sich aufnehmen kann. Damit wird man nie richtig fertig, aber die Musik gefällt mir immer besser, je mehr ich mich damit beschäftige“.
Die Gäste verabschiedeten sich mit einigen Fragen und viel Applaus – und dem Wunsch nach weiteren derartigen Veranstaltungen der Stadtbibliothek und der Sächsischen Orgelakademie e. V.

Viele Möglichkeiten uns zu erreichen.
    • Die Veranstaltungen werden gefördert von der Sparkasse Chemnitz

      gefördert vom Landkreis Zwickau und den Kirchgemeinden der Veranstaltungsorte

    • Adresse

      Postanschrift:
      Badergasse 17
      09350 Lichtenstein

       

      Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

      Folgen Sie uns