20 September 2017

Vortrag und Konzert zum Lutherjubiläum

Im Rahmen der Internationalen Schönburger Orgelwochen gestaltete die Sächsische Orgelakademie e. V. am 17. September 2017 einen hochinteressanten Vortrags- und Konzertnachmittag in der Schlosskapelle Waldenburg. Die Veranstaltung mit dem Gastreferenten Prof. Andreas Schröder aus Karlsruhe hatte anlässlich des Lutherjahres den Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“ zum Thema.
Obwohl es zahlreiche Veröffentlichungen über Martin Luther und seine Zeit gibt, sei kaum etwas über die Musik Luthers erschienen, so der Dozent: „Dabei erreichte Luther mit dem Singen die Seelen der Menschen. 35 seiner Lieder  haben die Zeiten überdauert“. Der unterhaltsame Vortrag mit Hörproben von der CD und direkt an der Orgel versetzte die Zuhörer in jene Zeit, als das Singen der Gemeinde den Gottesdienst zu einer aktiven Veranstaltung umgestaltete.
Luther hatte dem Kirchengesang höchste Priorität verliehen. Andreas Schröder machte die musikalische Entwicklung Luthers anschaulich, der als Schüler für Geld singen musste – was als Brauch in der Kurrende weiterlebt – und als Student als „Philosophus und Musicus“ bekannt war. Er schilderte, wie beschwerlich zu Luthers Zeiten das Reisen über die Alpen nach Rom war, wie fruchtbar sich die Schaffensperiode als „Junker Jörg“ auf der Wartburg gestaltete und dass dank der Lieder Luthers die Reformation auch eine Art „singende Revolution“ war.
1529 entstand der Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“, der später zunehmend von nationalistischen und militaristischen Bestrebungen vereinnahmt wurde. Interessant waren ganz verschiedene Fassungen dieses Liedes, von dem sogar eine Pop-Version zu hören war. Doch auch in der Musikgeschichte hat der berühmte Choral Spuren hinterlassen, u. a. in der Reformationssinfonie von Felix-Mendelssoh Bartholdy.
Das anschließende Konzert „Luthers Lieder im europäischen Kontext“, gespielt von Andreas Schröder auf der Jahn-Orgel, war gut auf den Vortrag abgestimmt. So erklangen abwechselnd mit passenden Stücken verschiedener Komponisten der Renaissance sechs Choräle von Martin Luther in Sätzen von Samuel Scheidt, dem Stadtorganisten von Halle, der diese Sätze 1650 drucken ließ. Natürlich endete das Konzert mit dem an diesem Nachmittag umfangreich beleuchteten „Ein feste Burg ist unser Gott“.
Der in Leipzig geborene und in Dresden aufgewachsene Andreas Schröder  studierte in Freiburg und Berlin. Seit 1965 wirkte er als Kirchenmusikdirektor an der katholischen Hauptkirche St. Stephan in Karlsruhe. Gleichzeitig war er Professor für Orgel an der Hochschule für Musik in Karlsruhe. Seit 1994 wirkte er auch als Partner und Dozent der Sächsischen Orgelakademie e. V. – Lichtenstein - im Rahmen von Interpretationskursen und Exkursionen zu sächsischen Orgeln.
Als besondere Überraschung gab es zum Abschluss ein Präsent der Orgelakademie für die Gäste: CD-Aufnahmen von Konzerten mit Andreas Schröder in Kirchen der Region.

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